Weihnachtsbräuche in Costa Rica

24Dez2013

Plätzchen (aus dem Supermarkt) essen die Ticos nahezu täglich zum Kaffee, dafür gibt es in Costa Rica eine andere Tradition: Tamales

Tamales ist ein Barren aus Maismasse mit entweder Fleisch und Gemüse oder gemahlenen Bohnen. Eingepackt und gekocht wird die Leibspeise in zurechtgeschnittene Blätter der Bananenstaude welche einen einzigartigen Geschmack ausmachen. Wer es ein bisschen würziger möchte verstreicht auf dem schon fertig gekochten Tamal etwas Salsa Lizano, DAS Utensil der costaricanischen Küche.

Gegessen können Tamales eigentlich zu jeder Tageszeit werden. Sowohl zum Kaffee am Morgen oder nachmittags, als auch zum Abendessen.

Zum Ausgleich habe ich dann mit meiner Gastschwester dann aber doch zusätzlich ein paar selbst mit viel Liebe zubereitete Plätzchen gebacken und ein bisschen der deutschen Tradition zu hinterlassen :)

Die Weihnachtsdekoration und Lichtergirlanden werden gegen Ende November platziert, doch auch die Bäume werden schon ausgepackt und geschmückt, was ich persönlich  als Weihnachtsfanatiker richtig schön finde :) Leider sind das aber mit wenigen Ausnahmen alles Kunsttannen und diesen speziellen Geruch vermisse ich ja schon muss ich sagen.

Am 29. November ist „viernes negro“, gleich wie das „thanks giving“ und „black friday shopping“ aus den USA. Alle Geschäfte reduzieren an diesem Tag nahezu alle Produkte und das nutzen Einwohner natürlich aus. Da jeder dazu in eine größere Stadt fährt sind die Zentren und Straßen dort vollkommen überfüllt und unter den Leuten ist die Hölle los. Also nichts für schwache Nerven ;)

Da die Ticos das ganze Jahr über regelmäßig, manchmal sogar 2 – 3 wöchentlich in die Kirche gehen, schwänzen sie generell die Messen an Weihnachten. Bis zum neuen Jahr kehren sie dann wieder zurück :D Zum Abendessen am 24. Dezember treffen sich alle bei der Oma. Es gibt traditionell Lasagne, Reis und Salat. Die Nachspeise besteht aus „torta de arróz“, die ich am Vortag mitgebacken habe und Rompope, was einem Eierlikör gleicht. Doch gegessen wird separat, je nachdem wer wann kommt. Ich hab das Gefühl die großen Feste werden hier alle informal in der Familie gefeiert, da die Relation ja eh viel enger ist weil man sich alle 2 Tage sieht. Ich persönlich bevorzuge die deutsche Variante, aber es ist auf jeden Fall interessant das Ganze mal anders zu erleben :)

Geschenke werden erst später verteilt und verabschiedet wird sich gegen Mitternacht woraufhin wir anschließend nach Hause gehen und nochmal in kleiner Runde die Bescherung feiern.

Zum Schlafen bleiben mir dann noch 30 min, da es für mich am 25. in der Nacht ja schon auf zum Flughafen geht. Meine Gastmutter backt mir das letzte Mal meine im wahrsten Sinne des Wortes „heißgeliebten“ Plátanos im Ofen auf, damit ich vor dem Flug noch etwas frühstücke.

Bis in den Flughafen begleitet mich die Familie. Danach heißt es, nach 5 sehr kurz empfundenen Monaten, Abschied nehmen.

Tschüss Costa Rica, tschüss entspanntes Leben 

Jetzt kommt erst mal eine fast 24 stündige Reise auf mich zu und dann……. Mal schau‘n :)